Prima Klima - wenn Deutschland in die leere Kasse greift

Hans-Peter Keitel

Prof. Dr. Hans-Peter Keitel

Foto: Christian Kruppa
© BDI

Hans-Peter Keitel unterstützt die Absage von Bundeskanzlerin Angela Merkel an konkrete Zahlungen für Klimaschutz an Entwicklungsländer. Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie: “Genau das war unsere Forderung.”

Zunächst wolle er sehen, was andere auf den Tisch legten, sagt Keitel im Interview mit der “Neuen Westfälischen”. “Nur wenn die USA dabei sind, kann ein weltweites Klimaabkommen ein Erfolg werden.” Deshalb sei es wichtig, den Druck auf die USA zu erhöhen.

Hans-Peter Keitel: “Wir als Wirtschaft sagen jedem, der blockiert: Glaubt bloß nicht, dass wir auf unsere Kosten für euch das Klima retten. Klimaschutz kostet viel Geld.” Außerdem fordert Keitel im Interview die schnelle Umsetzung eines umfassenden Energiekonzepts.

BDI-Präsident Hans-Peter Keitel zur Kernenergie

Richtig sei ein Energiemix, dazu gehöre auch die Kernenergie. Wie lange die deutschen Atomkraftwerke noch laufen, mag er nicht prognostizieren. Aber “wir Deutschen können Technologien nicht verbieten. Die Welt hört nicht auf, nur weil die Bundesregierung eine Technologie ablehnt”.

Gänzlich anderer Ansicht ist der World Wide Fund For Nature (WWF). Nach dessen Überzeugung müssen die Staats- und Regierungschefs vor dem UN-Klimagipfel in Kopenhagen noch einmal zusammenkommen und die Verhandlungen mit neuen, klaren politische Anweisungen voranbringen.

Die USA und die EU müssten wieder Vorreiter in Sachen Klimaschutz werden und mit ambitionierten und verbindlichen Emissionszielen sowie finanziellen Zusagen vorangehen.

Der WWF meint: “Die Entwicklungs- und Schwellenländer benötigen für den Klimaschutz, die Anpassung an den Klimawandel sowie den Schutz der Wälder finanzielle Zusagen in Höhe von 115 Milliarden Euro jährlich.”

Weg frei in die Klimakatastrophe?

“Die Zeichen für den Weltgipfel in Kopenhagen stehen denkbar schlecht”, meint die “Neue Osnabrücker Zeitung”. Die Verantwortung trage Angela Merkel. Umweltschützer dürften über die einstige “Klimakanzlerin” entsetzt sein.

Angela Merkel hatte in Brüssel hinter verschlossenen Türen eine konkrete Finanzzusage für ärmere Länder abgelehnt.

Das Nein der Kanzlerin habe einen Grund: Die Bankenkrise und die milliardenschweren staatlichen Hilfen für Commerzbank, Hypo Real Estate und Co. hätten tiefe Löcher in den deutschen Haushalt gerissen. Da bleibe offensichtlich kein Geld mehr fürs Klima.

Deutschland würde so auf dem internationalen Parkett unglaubwürdig. Diese Politik mache den Weg frei in eine ungebremste Klimakatastrophe.

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Kommentare

One Kommentar zu “Prima Klima - wenn Deutschland in die leere Kasse greift”

  1. » » Webnews.de am November 2nd, 2009 05:36

    Prima Klima - wenn Deutschland in die leere Kasse greift

    “Wir als Wirtschaft sagen jedem, der blockiert: Glaubt bloß nicht, dass wir auf unsere Kosten für euch das Klima retten”, so BDI-Präsident Hans-Peter Keitel. Er unterstütze die Absage von Bundeskanzlerin Angela Merkel an konkrete Zahlungen für Klimaschutz an Entwicklungsländer: “Genau das war unsere Forderung.”

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