OECD: Wirtschaftsleistung wird um 5,3 Prozent schrumpfen
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Wirtschaftsleistung schrumpft |
| Bild: Angela Parszyk |
| © vivitoart / PIXELIO |
In Deutschland wird aufgrund einbrechender Exporte und Investitionen die Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um 5,3 Prozent schrumpfen, so die OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung). Für 2010 wird ein geringes Wachstum um 0,2 Prozent erwartet.
Die Zahl der Arbeitslosen werde vor allem im kommenden Jahr stark zunehmen und im Jahresschnitt fünf Millionen erreichen. Die Arbeitslosenquote (nach ILO-Standard) dürfte dann bei etwa 11,6 Prozent liegen. Der Höchstwert sollte mit 11,8 Prozent im 4. Quartal 2010 erreicht sein.
“Die Weltwirtschaft befindet sich in der tiefsten Rezession, die es zu unseren Lebzeiten gegeben hat. Trotzdem sind wir weit davon entfernt, eine Wiederholung der Großen Depression der 1930er Jahre zu erleben. Dies ist vor allem der Qualität und Intensität der gegenwärtig getroffenen staatlichen Maßnahmen zu verdanken”, sagte OECD-Chefökonom Klaus Schmidt-Hebbel.
Bauzulieferbranche erwartet Umsatzeinbruch im zweiten Halbjahr 2009
Die Finanzkrise hat auch die deutsche Baustoff- und Bauzulieferindustrie erreicht. Eine Umfrage von Roland Berger Strategy Consultants unter 53 Führungskräften der Branche zeigt, dass knapp zwei Drittel (64 Prozent) der Teilnehmer bereits jetzt deutlich unter den Folgen der Krise leiden.
Die Führungskräfte gehen davon aus, dass ihnen der stärkste Umsatzeinbruch im zweiten Halbjahr 2009 noch bevorsteht. Während die Verkaufsmengen zurückgehen, steigen die operativen Kosten für viele weiter. Gewinneinbrüche sind somit vorprogrammiert.
Knapp die Hälfte schätzt, dass die Krise etwa zwei Jahre dauern wird. Fast drei Viertel der Befragten erwarten, von dem Konjunkturpaket der Bundesregierung zu profitieren, allerdings beinahe die Hälfte von ihnen nur gering, 30 Prozent gar nicht.
Hauptkritikpunkte sind die kurzfristige Wirkung sowie einseitige Förderung - besonders Lieferanten für Wohnungsneubau fühlen sich vernachlässigt. Fast alle fürchten sich vor dem Risiko der Insolvenz, knapp gefolgt von Problemen bei ihren Großkunden.
Alle Unternehmen senken deshalb ihre Kosten, hauptsächlich bei Gemeinkosten, Produktion und Overhead. Für 83 Prozent bleibt die Absicherung ihrer Finanzierung eine besondere Herausforderung.
“Die Chefs der deutschen Baustoff-und Bauzulieferindustrie blicken besorgt auf das zweite Halbjahr 2009″, sagt Dr. Kai-Stefan Schober, Partner im Kompetenzzentrum Civil Economics bei Roland Berger Strategy Consultants. “Knapp zwei Drittel leiden bereits jetzt unter der Krise und erwarten, dass ihre Umsätze bis Jahresende noch weiter einbrechen werden.”
Ausrüstungsinvestitionen brechen ein - Geschäftsaussichten sinken
In der deutschen Leasingwirtschaft hat sich das ifo Geschäftsklima im Schlussquartal 2008 dramatisch verschlechtert und notierte zum Jahreswechsel 2008/09 auf seinem historischen Tief.
Insbesondere die Urteile zur aktuellen Geschäftslage stürzten regelrecht ab, sie rutschten von September auf Dezember um mehr als 50 Prozentpunkte auf –25,3 Prozent. Im Januar und Februar 2009 tendierten die Geschäftslageurteile eher seitwärts.
Auch die Geschäftsaussichten sanken ins Bodenlose und erreichten im November (mit per saldo –52 Prozent) den tiefsten Stand seit Beginn der Erhebung. Seither hat der Pessimismus von Monat zu Monat abgenommen, die sich aufhellenden Geschäftserwartungen zeigen zumindest erste Signale der Hoffnung.
Der auf den Lagebeurteilungen der Leasinggesellschaften basierende Investitionsindikator, der zusammen vom ifo Institut und dem Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen (BDL) ermittelt wird, lässt für 2009 einen klaren Rückgang bei den Ausrüstungsinvestitionen (einschließlich der sonstigen Anlagen) bis zum Jahresende erkennen. Demnach droht ein Minus in der Größenordnung von nominal mindestens 5 Prozent.
Die nachlassende Investitionstätigkeit wird sich über das gesamte Jahr hinziehen, da aufgrund der hohen Unterauslastung ausreichend Produktionskapazitäten zur Verfügung stehen. Die negative Tendenz der Investitionstätigkeit wird sich – nach dem augenblicklichen Berechnungsstand - in der zweiten Jahreshälfte eher verstärken und auch in den ersten Monaten des Jahres 2010 dürfte die Investitionslaune der Unternehmen äußerst schwach bleiben.
Das Westfalen-Blatt kommentiert die aktuellen Arbeitslosenzahlen von März 2009 (31. März 2009):
Der Abschwung hat den Arbeitsmarkt erreicht. Dramatischer als die absolute Arbeitslosenzahl ist die Tendenz: Erstmals seit Menschengedenken stieg in einem März die Zahl der Stellensuchenden. Statt Frühling herrscht Eiszeit.
Doch es gibt auch Lichtblicke. Zum einen: Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist weiter auf Rekordhöhe. Im Januar, aus dem die aktuellsten Zahlen stammen, waren es 250 000 mehr als ein Jahr zuvor. Die jetzt steigende Arbeitslosigkeit ist also auch dem Stellen-Boom der zurückliegenden Hochkonjunkturphase geschuldet. Zum anderen: Sehr viele Unternehmen nutzen das Instrument der Kurzarbeit, um ihr Personal und somit ihr Know-how über die Durststrecke zu retten. Das geschieht gewiss auch aus Eigennutz, ist zugleich aber Ausdruck einer gesellschaftlichen Verantwortung, der sich weitere Teile der Wirtschaft in dieser kritischen Phase stellen.
Sorgenkind des Arbeitsmarktes aber ist die Jugend: Bis Ende März wurden in NRW zehn Prozent weniger Lehrstellenangebote gemeldet als im Jahr zuvor. Doch jede Fachkraft, die jetzt nicht ausgebildet wird, fehlt im nächsten Aufschwung. Und der wird kommen - spätestens im nächsten Jahr.
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