Kommentare, Kolumnen, Interviews zur Wirtschaft der Woche

Tatort Wirtschaft

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Foto: Gerd Altmann
© geralt / PIXELIO

Die Weltwirtschaftskrise ist ein globales Problem, deshalb muss sie von allen Nationen gemeinsam bekämpft werden, fordert Paul Krugman im stern. Deutschland sieht der Träger des Wirtschaftsnobelpreises 2008 dabei als “riesiges Hindernis”. Paul Krugman: “Die ganze Welt braucht eine Rettungsaktion.”

“Deutschland spaltet die Währungsunion”, meint Unctad-Chefökonom Heiner Flassbeck im Gespräch mit Focus-Online. Die Politik “Gürtel enger schnallen”, sie sei für Deutschland ein Desaster. Wenn sich nichts ändere, dann sei das Ende der Währungsunion programmiert.

Der Wachstumseinbruch in Kombination mit dem Druck auf Absatzpreise und Margen werde in den Zahlenwerken der Unternehmen zum ersten Quartal grausame Auswirkungen zeigen, so Christopher Kalbhenn in seinem Kommentar “Marktplatz” in der Börsen-Zeitung. Damit gingen die Aktienmärkte auf den Lackmustest zu. Ein Gefühl dafür, ob die Aktienmärkte bereits ihr Baisse-Tief gesehen haben könnten, werde sich erst anhand der Reaktion des Marktes auf die Quartalsergebnisse einstellen können.

Konjunkturpakete? Besser wären Rezepte gegen den Rausch

Hanspeter Guggenbühl meint in seinem Kommentar in der WOZ - Die Wochenzeitung: “Die Krise gehört zur wachstumstrunkenen Wirtschaft wie der Kater zum Rausch.”

Subventionen aber - offene und versteckte - verfälschten stets die wahren Kosten, verletzten das Verursacherprinzip und förderten damit den nächsten Rausch.

Wer die wachstumssüchtige Wirtschaft heilen und begrünen wolle, der müsse den begrenzten natürlichen Ressourcen - vom Erdöl bis zum Boden - einen Preis geben, welcher der Verknappung dieser Güter Rechnung trage.

Lenkungsabgaben dienten dazu, den Verursachern die wahren Kos­ten des Naturverbrauchs anzulasten. Sie bremsten damit automatisch auch das ressourcenzehrende Wachstum von Bauten, Landverschleiss und Verkehrskonsum.

Hanspeter Guggenbühl: “Der Einwand, solche Abgaben belasteten arme MieterInnen oder PendlerInnen stärker als reiche, mag in einzelnen Fällen zutreffen, nicht aber generell. Denn bei echten Lenkungsabgaben wird der Ertrag pro Kopf an die Bevölkerung zurückerstattet.”

Der Kapitalismus muss aufhören, er selbst zu sein

Mit Blick auf den Attac-Kongress meint Daniela Dahn in der Freitag: “Ich wollte immer in einer Demokratie leben – aber nie im Kapitalismus. Das war mir schon in der DDR klar. Die Aufgabe besteht meines Erachtens darin, Demokratie und Rechtsstaat nicht nur zu verteidigen, sondern auszubauen, während gleichzeitig das absolutistische kapitalistische Wirtschaftssystems überwunden werden muss.”

Der dunkle Punkt des Kapitalismus bestehe gerade darin, dass er die ihm Ausgesetzten bei Strafe ihres Unterganges zwinge, jeden Unsinn, jedes Risiko, jedes Übervorteilen mitzumachen, um so profitabel wie möglich zu sein. Niemand habe die Freiheit, davon abzuweichen. Wo kein Maximalprofit, da kein Kapitalismus. Wo keine Maximaleffizienz, da kein Überleben. Ein Hamsterrad ohne Schlupfloch, das nicht ruht, bis alle verhamstern.

Webhinweise:

institut1.de - Sprache und Rhetorik

Rhetorik - eine der sieben freien Künste

Tobias Bayer formuliert in seiner Kolumne “Hamlet regiert die Welt” auf ftd.de (10. März 2009, Auszug):

ftd

Die Politik spielt Krisentheater und zaudert. Dabei sind Verstaatlichungen und große Pleiten unvermeidlich. Für allzu viel Rücksicht auf Aktionäre, Gläubiger und Management ist die Zeit nicht da - sie läuft davon.

Dieses Jahr beginnt wie ein Shakespeare-Stück. Die Uhr schlug bereits zwölf, es ist bitterkalt, der Nebel verhüllt alles. Die Menschen raunen sich zu: “Etwas ist faul im Staate.” Sie blicken bang und flehend nach oben: “Der Himmel wird es lenken.”

Der weitere Verlauf der modernen Interpretation des Shakespeare-Dramas hängt davon ab, ob die Hamlets dieser Welt handeln und die Unzüchtigen und Schwachen mit Verstaatlichung und Insolvenz strafen. Oder ob sie am Ende den Falschen, also den Steuerzahler, erwischen und durch die Radikalen ersetzt werden. Bühne frei.

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Kommentare

One Kommentar zu “Kommentare, Kolumnen, Interviews zur Wirtschaft der Woche”

  1. - webnews.de am März 14th, 2009 15:39

    Kommentare, Kolumnen, Interviews zur Wirtschaft der Woche…

    Die Weltwirtschaftskrise ist ein globales Problem, deshalb muss sie von allen Nationen gemeinsam bek…

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