FAZ will Täter Sarrazin zum Opfer der Bundesbank machen
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Dr. Thilo Sarrazin |
| Foto: Deutsche Bundesbank |
| © Deutsche Bundesbank |
Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung versucht, mit einem Artikel von Volker Zastrow (Kabale unter Bundesbankern) der Diskussion um die diskriminierenden Äußerungen des Bundesbank-Vorstandsmitglieds Thilo Sarrazin eine neue Wendung zu geben: Nicht Sarrazin, der vom “Problem, dass 40 Prozent aller Geburten in der Unterschicht stattfinden”, gesprochen hat, der Aussagen wie “die Türken erobern Deutschland genauso, wie die Kosovaren das Kosovo erobert haben: durch eine höhere Geburtenrate” und “eine große Zahl an Arabern und Türken hat keine produktive Funktion, außer für den Obst- und Gemüsehandel” gemacht hat und damit das Mittel der sprachlichen Diskriminierung einsetzte, wird als Täter in der Debatte beschrieben.
Sarrazin wird vielmehr zum Opfer des Präsidenten der Bundesbank Axel Weber umgedeutet. Sarrazins Sprüche seien nur das Öl gewesen, “das Feuer war die Mitteilung der Bundesbank”, die erklärt hat: “Die Deutsche Bundesbank distanziert sich entschieden in Inhalt und Form von den diskriminierenden Äußerungen von Dr. Thilo Sarrazin.”
Zudem, so Volker Zastrow, hätten Bundesbank-Pressechef Benedikt Fehr und Weber ihre Bedenken gegen das Interview vor Erscheinen der Zeitschrift anmelden können. Weber habe hingegen getan, was er konnte, um öffentlichen Druck gegen Sarrazin aufzubauen, ihn zum Rücktritt zu pressen.
In einem Brief an die Herausgeber weist die Bundesbank den Bericht und die Deutung der FAZ zurück: “Herr Weber hat Passagen in dem Interview sofort nach Kenntnisnahme als inakzeptabel bezeichnet und seinen Pressechef Benedikt Fehr beauftragt, dies an Herrn Sarrazin weiterzugeben.”
Sarrazin - ein Vorschlag der Länder Berlin und Brandenburg
Der Vorstand der Deutschen Bundesbank leitet und verwaltet die Bank. Der Vorstand besteht aus dem Präsidenten und dem Vizepräsidenten und vier weiteren Mitgliedern. Das Gesetz bestimmt, dass die Mitglieder des Vorstands besondere fachliche Eignung besitzen müssen.
Drei Mitglieder des Vorstands werden auf Vorschlag des Bundesrates im Einvernehmen mit der Bundesregierung bestimmt. Das Vorschlagsrecht für den Vorstandsposten Sarrazins stand den Ländern Berlin und Brandenburg zu, der Bundesrat stimmte dem Vorschlag zu.
Bundesbank-Präsident Axel Weber gilt als unbestrittener Fachmann. Er muss sich nun im Vorstand auch mit Nichtfachleuten herumschlagen. Er konnte sich nicht gegen die Berufung Sarrazins wehren, den er wegen dessen zuvor schon getätigten provokanten und populistischen Aussagen abgelehnt hatte.
Das Berufungsverfahren muss dringend reformiert werden. Die Bundesbank hat durch die Sarrazin-Affäre Ansehen verloren. Durch die Beschneidung der Kompetenzen Sarrazins konnte dieses Ansehen nicht wiederhergestellt werden. Es muss eine gesetzliche Regelung gefunden werden, die verhindert, dass Parteipolitiker am Ende ihrer Karriere mit Vorstandsposten bei der Deutschen Bundesbank beglückt werden, statt hochkarätige, wissenschaftlich ausgewiesene Bankexperten zu berufen.
Auch die Abberufung von Vorstandsmitgliedern muss gesetzlich geregelt werden. Es ist absurd, dass Vorstände nur schwer abberufen werden können, selbst dann, wenn sie gegen den Verhaltenskodex für die Mitglieder des Vorstands der Deutschen Bundesbank verstoßen, der den Vorstandsmitgliedern aufgibt, sich jederzeit in einer Weise zu verhalten, “die das Ansehen der Bundesbank und das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Bundesbank aufrecht erhält und fördert”.
Michael Spreng bezeichnet Sarrazin als Berufsprovokateur
sprengsatz.de: “Sarrazin selbst ist ein Berufsprovokateur, der den Finger zwar häufig in die richtige Wunde legt, aber gleichzeitig Salz und Pfeffer hineinschüttet, bis es eitert. Über seine wirre Mischung aus arroganter, elitärer und rassistischer Gesellschaftsanalyse ist eigentlich alles gesagt.
Sarrazin glaubt offenbar, man könne sich eine Gesellschaft basteln, wenn man die aus seiner Sicht Unnützen abweist und nur die Nützlichen in sie hineinlässt. Und wer entscheidet über nützlich oder unnütz? Wer Sarrazins Analyse weiterdenkt, landet dann schnell bei nazistischem Gedankengut. Da hat der Zentralrat der Juden recht.”
Kommentare
3 Kommentare zu “FAZ will Täter Sarrazin zum Opfer der Bundesbank machen”
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Thilo Sarrazin - der Täter soll nun plötzlich Opfer sein
Sarrazin soll jetzt zum Opfer des Präsidenten der Bundesbank Axel Weber umgedeutet werden. Nicht mehr seine diskriminierenden Äußerungen gegen Angehörige der Unterschicht und ausländische Mitbürger stehen in der Kritik. Vielmehr sei er Opfer. Sarrazins Sprüche seien nur das Öl gewesen, das Feuer hingegen eine Mitteilung der Bundesbank.
Täter ist einer der was tut. Herr Sarrazin hat was getan, die Problemen ausgesprochen. Und was tut der angesprochene “Unterschicht”? Schicken Ihre Kinder zur Schule und ermahnen Sie zum Lernen? Jahrzehnte in Deutschland leben und die Sprache nicht kennen ist nach meiner Ansicht unerträglich!
Ich bin auch ein “Zugezogener” und dankbar für den was ich von den Staat und Stadt bekommen habe.
Wir brauche mehr Leute wie Sarrazin, die Schmusepolitiker haben ausgedient!
… Der Autor glaubt offenbar, man könne sich eine Gesellschaft basteln, wenn man denn nur aus seiner Sicht ‘gruppenbezogener Menschenfeindlichkeiten’ Schuldige diffamiert und nur mehr künftig Kulturfolgern und ihnen konföderierten Berufsapologeten das öffentliche Denken gestattet.
“Und wer entscheidet über nützlich oder unnütz? Wer Sarrazins Analyse weiterdenkt, landet dann schnell bei nazistischem Gedankengut. Da hat der Zentralrat der Juden recht.”
… und Sie derbe die Kappe kaputt!
Außerdem hat nicht der ZdJ Sarazin geschmäht - sortieren Sie sich mal! Sie schreiben Abstruses und Absurdes.
m.