Dem Arbeitsmarkt steht das Wasser bis zum Hals

Abwärtstrend am Arbeitsmarkt

Arbeitsmarkt unter Wasser

Foto: Rainer Sturm
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Die Wirtschaftskrise hat den Arbeitsmarkt massiv erreicht. Trotz Kurzarbeit baut allein die Metall- und Elektroindustrie monatlich bis zu 30.000 Stellen ab. In der deutschen Industrie arbeiteten Ende Juli dieses Jahres 3,9 Prozent weniger Menschen als im Vorjahr.

Die Zahl der Beschäftigten sank nach Angaben des Statistischen Bundesamtes am deutlichsten in der Metallverarbeitung (minus 5,4 Prozent), in der Gummi- und Kunststoffproduktion (minus 5,3 Prozent) und in der Autoindustrie (minus 4,9 Prozent). Im Maschinenbau betrug der Rückgang 3,2 Prozent.

Die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden ging in der Industrie um mehr als 10 Prozent zurück, eine Folge der weit verbreiteten Kurzarbeit. Die Bruttolöhne der Industriearbeiter sanken im Jahresvergleich um 8,0 Prozent.

Konjunkturerholung wird die Abwärtsspirale nicht aufhalten

Der Bundesagentur für Arbeit brechen in Folge der Entwicklung massiv die Einnahmen weg. Wenn nichts geschehe drohe der Bundesagentur bis 2013 ein Schuldenberg von 50 Milliarden Euro, so die Analyse des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in einem Artikel für die Zeitschrift “Soziale Sicherheit”.

Gewerkschaftsexperte Adamy fordert höhere Bundeszuschüsse für die Bundesagentur.

Millionen Menschen zittern um ihre Arbeitsplätze. Experten befürchten weitere Entlassungswellen nach der Wahl. Selbst feste Arbeitsverhältnisse schützen nicht mehr vor Armut.

“Der drastische Einbruch bei den Industrie-Jobs ist ein Alarmzeichen”, so der stellvertretende Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE, Klaus Ernst. “Während am Aktienmarkt mit Steuermilliarden eine neue Spekulationsblase entsteht, bricht der Arbeitsmarkt zusammen. Das ist ungerecht, denn im Gegensatz zu den Spekulanten an der Börse haben die Arbeitnehmer in den Betrieben keine Schuld an der Krise.”

Klaus Ernst: “Wir brauchen jetzt einen Rettungsschirm für diejenigen, die in der Krise ihren Job verlieren. Das Arbeitslosengeld I muss für die Zeit der Krise für alle Anspruchsberechtigten auf 24 Monate verlängert werden. Der Bund muss außerdem verbindlich für alle krisenbedingten Mehrausgaben der Bundesagentur für Arbeit aufkommen. Leistungskürzungen oder Beitragserhöhungen kommen nicht in die Tüte.”

Heiner Flassbeck, Chef-Volkswirt der UN-Organisation für Welthandel und Entwicklung, befürchtet: “Es wird harte Einschnitte in den Sozialbudgets geben, statt zu fragen, wie man die zur Kasse bitten kann, die schuld an allem sind. In Deutschland wird die Diskussion darüber am Abend des 27. September beginnen.”

Kommentare

One Kommentar zu “Dem Arbeitsmarkt steht das Wasser bis zum Hals”

  1. » » Webnews.de am September 18th, 2009 07:06

    Dem Arbeitsmarkt steht das Wasser bis zum Hals

    Die Wirtschaftskrise hat den Arbeitsmarkt massiv erreicht. Allein die Metall- und Elektroindustrie baut monatlich bis zu 30.000 Stellen ab. Die Zahl der Beschäftigten sank in der Metallverarbeitung (minus 5,4 Prozent), in der Gummi- und Kunststoffproduktion (minus 5,3 Prozent) und in der Autoindustrie (minus 4,9 Prozent).

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