Datenschutz-Gau beim Finanzdienstleister AWD

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Datenschutz - USB Stick

Bild: Thorsten Freyer
© pauline / PIXELIO

Thilo Weichert, der Datenschutzbeauftragte von Schleswig-Holstein, spricht von einem “Datenschutz-Gau”. Offenbar bestehen riesige Sicherheitslücken beim Finanzdienstleister AWD.

Nach Recherchen von NDR Info haben externe IT-Berater bei der Software-Entwicklung für den Finanzdienstleister AWD mit echten Kundendaten gearbeitet. AWD-Insider berichten, es gebe bei dem Unternehmen einen geringen Sicherheitsstandard für personenbezogene Kundendaten. Dieser liege weit unter dem einer Bank oder Sparkasse.

So sei ein Zugang zum firmeneigenen Netzwerk mit mitgebrachten Notebooks möglich gewesen und als selbstverständlich betrachtet worden. Rechner in der Konzernzentrale in Hannover seien mit freigeschalteten USB-Schnittstellen und CD-Laufwerken ausgestattet, die nicht kontrolliert würden.

Tausende Datensätze hätten leicht heruntergeladen werden können

Ein AWD-Insider berichtet, es wäre problemlos möglich gewesen, Daten zu manipulieren oder massenhaft herunterzuladen.

NDR Info hat Auszüge aus der Original-Datenbank überprüft. Darauf erfasste Personen und Firmen bestätigten, Verträge mit dem AWD abgeschlossen zu haben, unter anderem für Lebensversicherungen und Pensionskassen.

Der Datenschutzbeauftragte von Schleswig-Holstein, Thilo Weichert, bezeichnete die Software-Entwicklung mit Hilfe von echten Kundendaten als absolut unzulässig, er sprach von einem “Datenschutz-Gau”.

Datenschützer Weichert erklärte, Software-Entwickler dürften auf keinen Fall mit echten Kundendaten arbeiten. Stattdessen wären für derartige Programmierungen Testdaten vollkommen ausreichend.

“Alles andere ist fahrlässig, schludrig und ignorant im Hinblick auf das Datenschutzrecht”, sagte Weichert. Ein Unternehmen, das vom Vertrauen seiner Kunden lebe, sei verpflichtet, die höchstmöglichen Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Dazu gehöre vor allem, die Zugriffe auf Kundendaten nur auf das unbedingt notwendige zu begrenzen.

Im Oktober war bereits eine Datenpanne beim Finanzdienstleister AWD bekannt geworden. NDR Info hatte über 27.000 sensible Kundendaten berichtet, von denen der Sender Kenntnis hat. Daraufhin klagte der Finanzdienstleister gegen den NDR auf Herausgabe der Daten. Der Sender lehnt dieses mit Verweis auf den Informantenschutz ab. Vor dem Hintergrund dieses Verfahrens wollte AWD zunächst keine Stellungnahme zu den neuen Vorwürfen abgeben.

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Kommentare

One Kommentar zu “Datenschutz-Gau beim Finanzdienstleister AWD”

  1. » » Webnews.de am November 12th, 2009 03:48

    Datenschutz-Gau beim Finanzdienstleister AWD - fahrlässig und schludrig

    Riesige Sicherheitslücken beim Finanzdienstleister AWD. Der Datenschutzbeauftragte von Schleswig-Holstein spricht von einem “Datenschutz-Gau”.

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