9. November - Pressestimmen zum 20. Jahrestag des Mauerfalls

Berliner Mauer

Berliner Mauer

Foto: Alexandra
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Die DDR hatte gerade ihren 40. Jahrestag gefeiert, da fiel am 9. November 1989 die Mauer in Berlin. Es war eine wichtige Zäsur in der Nachkriegsgeschichte Deutschlands, die schon ein Jahr später zur Wiedervereinigung führte.

Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und frühere DDR-Bürgerrechtler Arnold Vaatz hat angesichts des 20. Jahrestages des Mauerfalls vor Nostalgie und der Einschränkung von Freiheitsrechten in der Bundesrepublik gewarnt: “Das ist ein Moment, über den wir uns freuen und auf den wir stolz sein können. Es ist allerdings auch notwendig, dass man der Frage nachgeht, wie es denn wirklich dazu gekommen ist und dabei die innere Entwicklung der DDR mit einzubeziehen.”

Vaatz sagte dem Kölner Stadt-Anzeiger: “Die Menschen wollten Veränderungen. Das scheinen die DDR-Nostalgiker manchmal zu vergessen.” Man müsse im Übrigen darauf achten, “Fehler wie die Suspendierung von Demokratie- und Grundrechten nicht in der Bundesrepublik zu wiederholen”.

Im Wechselbad der Jahrestage

Die Neue Osnabrücker Zeitung sieht auch ein Verdienst der Gäste: “Selten sind ausländische Staatsgäste so willkommen wie bei den Feiern zum Jahrestag des Mauerfalls. Denn ohne die USA und unsere europäischen Verbündeten wäre dieser Glückstag der Deutschen nicht denkbar gewesen. Amerikaner, Franzosen, Briten und viele andere haben in den kritischen Tagen der Wende geholfen, geraten oder geduldig stillgehalten, als die damalige Regierung Kohl die Gunst der Stunde nutzte. Das ist unvergessen. Hier heißt es, Dank zu sagen und sich gemeinsam über den Fall der Diktaturen zu freuen.”

Die Westdeutsche Allgemeine Zeitung spricht vom Wechselbad der Jahrestage: “Der anschwellende Gedenkgesang der letzten Tage war fast nur dem Fall der Mauer gewidmet. Die dunklen Stellen des deutschen Kalenderblatts vom 9. November kamen kaum noch vor, die Ermordung Robert Blums 1848 am Ende der bürgerlichen Revolution in Deutschland, Hitlers Marsch auf die Feldherrnhalle 1923 und die Pogromnacht 15 Jahre später. Die Novemberrevolution von 1918 brach ebenfalls an diesem Tag aus.”

Die Westfalenpost zum Jahrestag: “20 Jahre nach der Öffnung der Mauer ist eine Ostdeutsche als Kanzlerin der Bundesrepublik wiedergewählt worden. Hätte das vor 25 Jahren irgendjemand vorhergesagt, wäre er als weltfremder Phantast abgekanzelt worden. Wunderbar, dass die Skeptiker - und wer war das nicht? - von der Geschichte eines Besseren belehrt wurden.”

Die Berliner Morgenpost kommentiert unter der Überschrift”Revolution für die Freiheit”: “20 Jahre Mauerfall - das klingt so leicht, fast läppisch, als sei da vor 20 Jahren etwas zusammengefallen. Einfach so, weg war die Mauer? Der fast zur Marke geronnene Begriff führt in die Irre. Was wir heute feiern, sollte anders heißen: 20 Jahre friedliche Revolution für die Freiheit. Nichts anderes war es: eine Revolution mit allen Risiken für Leib und Leben der Akteure.”

Die Stuttgarter Nachrichten bezeichnen es als seltsam, wie die Deutschen mit dem Mauerfall umgehen: “Vor 20 Jahren war entscheidend, dass die einfachen Menschen agierten. Bei den Jubiläumsfeiern in Berlin geht es dagegen sehr staatsmännisch zu. Da empfängt Merkel Gorbatschow und Walesa, der Bundespräsident hält eine Rede vor den Staats- und Regierungschefs. Keine Frage, es ist beachtlich, wenn ein Pole und ein Ungar symbolisch Mauer-Dominosteine umkippen. Aber es sollte nicht vergessen werden, dass Lech Walesa und Miklos Nemeth seinerzeit Statistenrollen hatten. Es war vielmehr das breite Volk, das mit dem Eisernen Vorhang nicht mehr zufrieden war und so dem Kommunismus den Garaus gemacht hat.”

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Kommentare

One Kommentar zu “9. November - Pressestimmen zum 20. Jahrestag des Mauerfalls”

  1. » » Webnews.de am November 9th, 2009 07:11

    9. November - 20. Jahrestag des Mauerfalls

    Der ehemalige DDR-Bürgerrechtler Arnold Vaatz warnt: “Man muss darauf achten, Fehler wie die Suspendierung von Demokratie- und Grundrechten nicht in der Bundesrepublik zu wiederholen.”

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