RWE-Chef will 60 Jahre Laufzeit für Atomkraftwerke

Kernkraftwerk in Stade

Kernkraftwerk in Stade

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Jürgen Großmann, Vorstandschef des Energiekonzerns RWE, fordert die neue Bundesregierung auf, die Laufzeiten der deutschen Atomkraftwerke deutlich zu verlängern.

“Baugleiche Reaktoren laufen in den Niederlanden, Frankreich oder Belgien 60 Jahre und mehr, in den USA sind jetzt sogar 80 Jahre im Gespräch”, sagte Großmann der “Rheinischen Post”. Mit der derzeitigen Laufzeitbegrenzung von 32 Jahren “bleiben wir unter unseren volkswirtschaftlichen Möglichkeiten”.

Jürgen Großmann schließt nicht aus, dass der Essener Energiekonzern 2010 die Strompreise erneut erhöht. Die Preise könnten steigen oder fallen, das hänge von der Entwicklung des Marktes ab, so Großmann.

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George Soros bietet Entwurf für ein neues Weltfinanzsystem

George Soros

George Soros

Foto: Jeff Ooi
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“Eine internationale Zusammenarbeit für eine aufsichtsrechtliche Reform kann stückweise kaum erreicht werden, vielleicht jedoch im Rahmen einer umfassenden Übereinkunft zur Umordnung des gesamten Finanzsystems”, sagte Soros, Gründer der Central European University, am vergangenen Montag. George Soros gab die erste einer Reihe von Vorlesungen, die die Quintessenz seines lebenslangen Nachdenkens über das Finanzwesen, die Politik und eine offene Gesellschaft widerspiegeln.

Die Vorlesungen von Soros werden über eine Videoverbindung in Echtzeit an Studenten führender Universitäten auf drei Kontinenten übertragen. Soros wird seine neuesten Überlegungen auch mit führenden Wirtschaftswissenschaftlern und Kommentatoren erörtern.

“Die Vorlesungsreihe an der CEU ist für die Central European University ein entscheidender Moment. Für uns ist es immer ausgesprochen wichtig, führende Denker und Studenten aus aller Welt zusammenzubringen, um die dringendsten Probleme unserer Zeit anzupacken”, sagte John Shattuck, Präsident und Rektor der Central European University.

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Windtechnologie im Bereich alternativer Energien führend

Windpark alpha ventus

REpower 5M im Offshore-
Windpark alpha ventus

Foto: Jan Oelker
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Patentanmeldungen im Bereich Wind-, Sonnen- und Meeresenergie nehmen weltweit zu. Kleine Nischenunternehmen sind dabei am aktivsten. Das zeigt eine Auswertung geistiger Eigentumsrechte. Die umfassende Patentuntersuchung weist aus, dass die Windtechnologie im Bereich alternativer Energieformen seit Kurzem an der Spitze liegt. Sie wird insbesondere durch eine hohe Erfindertätigkeit in Japan vorangetrieben.

Der Geschäftsbereich IP Solutions von Thomson Reuters Legal gab heute die Veröffentlichung des jüngsten World-IP-Today-Berichtes mit dem Titel “Alternative Energy Powers Up” (Alternative Energien kommen in Gang) bekannt. Der Bericht zeigt auch, dass kleine Unternehmen äusserst aktive Innovatoren sind und dass Patentschutz schwerpunktmässig in China, Japan und in den Vereinigten Staaten gesucht wird.

“In Anbetracht der Tatsache, dass alternative Energiequellen weltweit im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen und Investitionen in Milliarden-Höhe auf sich ziehen, haben wir uns entschlossen, die entsprechende Patentaktivitäten zu untersuchen, um entscheidende Entwicklungstendenzen und Themen aufdecken zu können”, sagte Susan Cullen, Leiterin des IP-Beratungsdienstes bei Thomson Reuters IP Solutions und Autorin des Berichts.

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Sportics.net

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Koalitionsvertrag - Fehlstart schwarz-gelber Geisterfahrer

Norbert Blüm

Der ehemalige Arbeitsminister
Norbert Blüm (CDU)

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Schrille Töne posaunt die FDP ins Land. Der Wahlsieg sei eine “Kampfansage gegen den Linksrutsch in dieser Republik”, sagte FDP-Chef Guido Westerwelle. Zur Kritik am Koalitionsvertrag meinte er: “Wer das kalte Politik nennt, dem ist in seiner Hirnverbranntheit nicht zu helfen.”

Die Kernpunkte des Koalitionsvertrages, massive Steuersenkungen trotz bedrohlicher Haushaltslage und eine radikale Reform des Gesundheitswesens, reizten den designierten SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel dazu, Schwarz-Gelb eine das Gemeinwohl schädigende Steuerpolitik vorzuwerfen.

Die für 2011 geplante Gesundheitsreform kritisierte Norbert Blüm (CDU), langjähriger Arbeits- und Sozialminister, scharf: “Man kann aus Schaden klug werden. Man muss es aber nicht. Mit der Kopfpauschale ging die CDU in der Bundestagswahl 2005 baden. 2009, nach der Bundestagswahl, versucht sie es wieder mit dem einkommensunabhängigen Beitrag zur Krankenversicherung, der für alle gleich hoch sein soll.”

Norbert Blüm: “Die Kopfpauschale ist ein Schlag gegen die Gerechtigkeit. Eine Reform des Sozialstaats müsste auf mehr staatsfreie, selbstverwaltete Solidarität zielen. Das Gegenteil ist der Fall. Die Geisterfahrer haben Vorfahrt.”

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FDP-Politiker verlangen die besenreine Übergabe des Landes

besenrein

Deutschland besenrein

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Wer auszieht, übergibt eine Wohnung “besenrein”, propagiert FDP-Generalsekretär Dirk Niebel. “Wenn Sie ein Haus vom Vormieter übernehmen, erwarten Sie auch, dass es besenrein ist”, sagt FDP-Vize Rainer Brüderle.

Die Rede ist hier von Deutschland, seinem Haushalt und seiner Regierung. Die FDP-Propagandisten verlangen eine besenreine Übergabe. Damit soll der geplante Sonderfonds zur Deckung der Defizite in den Sozialversicherungen - auch Schattenhaushalt genannt - gerechtfertigt werden. Es solle deutlich werden, so Niebel, welche konjunktur- und krisenbedingten Kosten entstanden seien.

In Kreisen von Union und FDP wird das voraussichtliche Volumen des Sonderfonds auf gut 60 Milliarden Euro beziffert. So sollen die widersprüchlichen Wahlversprechen der Wunschpartner, kräftige Steuersenkungen, Mehrausgaben für die Bildung und die Sanierung des Haushalts, durch den “Stein der Weisen” - Schattenhaushalt - wie durch Zauberhand versöhnt werden.

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Neue Koalition - diesem Anfang wohnt kein neuer Zauber inne

Angela Merkel

Angela Merkel

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Steuern zu senken, koste es, was es wolle, dafür kreative Buchführung zu betreiben, indem Milliardenkosten der Sozialkassen in Sonderfonds umgebucht werden, kein neues Wachstumsmodell anzubieten, obwohl Deutschland die Exportabhängigkeit nicht gut bekommen ist - das wirkt wenig überzeugend am Beginn der neuen Regierungskoalition in Berlin.

Der arbeits- und sozialpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Ralf Brauksiepe (CDU), sagte gestern in der Phoenix Runde zu den derzeit diskutierten Vorschlägen, Steuerentlastungen durch das Verlagern von Ausgaben in einen Sonderhaushalt zu ermöglichen: “Uns geht es darum, dass wir für eine Entlastung bei den Steuern mit gleichzeitig stabilen Sozialbeiträgen Spielräume brauchen.”

Hingegen kritisierte der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion Joachim Poß die Pläne: “Sie tun es schon wieder. Nach noch nicht einmal drei Wochen Koalitionsverhandlungen ist das Gespann Merkel/Westerwelle da angelangt, wo Kohl und Waigel vor elf Jahren aufgeben mussten: Steuergeschenke an Unternehmen und Besserverdienende sollen auf Pump finanziert werden - und die daraus resultierenden Schulden werden in Schattenhaushalten versteckt.”

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Die Quelle versiegt - Versandhändler Quelle ist am Ende

Quelle in Nürnberg

Quelle in Nürnberg

Foto: Nicohofmann
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Quelle war einmal der größte Versandhändler Deutschlands. Jetzt steht das Unternehmen offenbar vor der Liquidierung. Die “Financial Times Deutschland” berichtet, dass die Abwicklung der 1927 gegründeten Traditionsfirma heute bekannt gegeben werden soll.

Damit könnten bei Quelle etwa 7.000 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verlieren. Eine längere Geschichte von Insolvenz, Problemen mit den Banken bei der Kreditvergabe und Verzögerungen beim Katalogdruck würde damit ihr Ende finden. Zuletzt waren noch acht Millionen Kataloge gedruckt worden. Parallel dazu war die Einlagerung der Waren für die Herbst-Winter-Saison in Leipzig erfolgt.

Dem Insolvenzverwalter des Mutterkonzerns Arcandor, Klaus Hubert Görg, lagen bis zum Ende der Angebotsfrist am vergangenen Wochenende keine Offerten für die Quelle-Dachgesellschaft Primondo vor, so berichtet die “Financial Times Deutschland”.

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FAZ will Täter Sarrazin zum Opfer der Bundesbank machen

Dr. Thilo Sarrazin

Dr. Thilo Sarrazin

Foto: Deutsche Bundesbank
© Deutsche Bundesbank

Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung versucht, mit einem Artikel von Volker Zastrow (Kabale unter Bundesbankern) der Diskussion um die diskriminierenden Äußerungen des Bundesbank-Vorstandsmitglieds Thilo Sarrazin eine neue Wendung zu geben: Nicht Sarrazin, der vom “Problem, dass 40 Prozent aller Geburten in der Unterschicht stattfinden”, gesprochen hat, der Aussagen wie “die Türken erobern Deutschland genauso, wie die Kosovaren das Kosovo erobert haben: durch eine höhere Geburtenrate” und “eine große Zahl an Arabern und Türken hat keine produktive Funktion, außer für den Obst- und Gemüsehandel” gemacht hat und damit das Mittel der sprachlichen Diskriminierung einsetzte, wird als Täter in der Debatte beschrieben.

Sarrazin wird vielmehr zum Opfer des Präsidenten der Bundesbank Axel Weber umgedeutet. Sarrazins Sprüche seien nur das Öl gewesen, “das Feuer war die Mitteilung der Bundesbank”, die erklärt hat: “Die Deutsche Bundesbank distanziert sich entschieden in Inhalt und Form von den diskriminierenden Äußerungen von Dr. Thilo Sarrazin.”

Zudem, so Volker Zastrow, hätten Bundesbank-Pressechef Benedikt Fehr und Weber ihre Bedenken gegen das Interview vor Erscheinen der Zeitschrift anmelden können. Weber habe hingegen getan, was er konnte, um öffentlichen Druck gegen Sarrazin aufzubauen, ihn zum Rücktritt zu pressen.

In einem Brief an die Herausgeber weist die Bundesbank den Bericht und die Deutung der FAZ zurück: “Herr Weber hat Passagen in dem Interview sofort nach Kenntnisnahme als inakzeptabel bezeichnet und seinen Pressechef Benedikt Fehr beauftragt, dies an Herrn Sarrazin weiterzugeben.”

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Neuer Bericht über Datenpanne beim Finanzdienstleister AWD

AWD

AWD Hall Hannover

Foto: AxelHH
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Die schwere Panne mit zehntausenden Kundendaten beim Finanzdienstleister AWD, über die gestern berichtet wurde, zieht jetzt noch weitere Kreise. Die in Bielefeld erscheinende Tageszeitung “Neue Westfälische” berichtet heute, dass nicht zum ersten Mal sensible Daten den Finanzdienstleister AWD verlassen haben.

Nach eigenen Angaben liegen dem Blatt Abrechnungen von knapp 1.500 Mitarbeitern des Finanzdienstleisters AWD vor. Die Listen mit Kontoständen und Umsätzen von Mitarbeitern stammen aus den Jahren 2003 und 2004. Die Daten werden über eine AWD-kritische Internetseite verbreitet.

Auf 26 Seiten werden Daten eigener Mitarbeiter des Finanzdienstleisters aufgelistet. Die Tabellen enthalten Mitarbeiternummer, Namen und Vornamen, Datum des Firmeneintritts, Vergütungsstufe, Büronummer, Kontokorrent-Konten, Stornoreserven, Darlehen, Vorschüsse und monatliche Einnahmen.

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