Konjunktur und Banken - der freie Fall setzt sich fort
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Zukunft der Wirtschaft |
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Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird in diesem Jahr um 5 Prozent sinken, meldet das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-Böckler-Stiftung. Das IMK reduziert damit die Erwartungen für die BIP-Entwicklung gegenüber seiner Prognose vom Januar um 2,6 Prozentpunkte.
Der angeschlagene Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) braucht erneut eine Finanzspritze vom Staat, zehn Milliarden Euro oder noch mehr könnten es sein. Der Chef der HRE, Axel Wieandt, konnte am Sonntag in einer Telefonkonferenz zur genauen Höhe der benötigten Eigenkapitalhilfen keine Angaben machen, das müsse mit dem Bankensicherungsfonds Soffin geklärt werden.
Aus Protest gegen den Sanierungsplan für die HSH Nordbank ist Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Werner Marnette (CDU) zurückgetreten: “Ich kann die Maßnahmen zur Sanierung der HSH Nordbank nicht länger mittragen, da sie auch in der Öffentlichkeit und in der Wirtschaft nicht vermittelbar sind. Aus meiner Sicht ist das Management der Krise bei der Landesbank und in der Landesregierung absolut unprofessionell gelaufen.”
Kommentare, Kolumnen, Interviews - Wirtschaft der Woche 13
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Tatort Wirtschaft |
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Kein Regime währt ewig, meint Werner Vontobel in der Freitag. Würden die Devisenmärkte nicht endlich reguliert werden, helfe alles nichts. Die Gruppe der Zwanzig, G20, die sich am 2. April 2009 in London trifft, müsse die Weltwirtschaft retten und besser organisieren: “Und zwar so, dass es zu einer derart gewaltigen Rezession, wie wir sie zurzeit erleiden, hoffentlich nie mehr kommen wird.”
Im globalen Währungsregime stecke ein Kern der Krise. Der G20-Gipfel solle sich damit beschäftigen, das vertritt auch Alexandra Endres auf Zeit Online. Die alte Arbeitsteilung funktioniere nicht mehr, die Welt brauche eine neue Balance. “Man muss die Wechselkurse beruhigen, ohne sie zu sehr einzuengen.”
Christian Ramthun erkennt auf wiwo.de eine Verschärfung der Krise durch das Finanzamt: “Der Fiskus gefährdet Betriebe durch den Entzug von Liquidität. Fesseln bei der Verlustverrechnung oder die Vorkasse für Sozialbeträge verschärfen die Krise.”
Peter Sloterdijk: Du musst dein Leben ändern
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Peter Sloterdijk |
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Peter Sloterdijk entwirft in seinem Buch Du mußt dein Leben ändern eine grundlegende und grundlegend neue Anthropologie. Den Kern seiner Wissenschaft vom Menschen bildet die Einsicht von der Selbstbildung alles Humanen.
In Du mußt dein Leben ändern beschreibt Peter Sloterdijk den Menschen als Übenden, als sich durch Übungen selbst erzeugendes Wesen. Die Aktivitäten des Menschen wirken unablässig auf ihn zurück: die Arbeit auf den Arbeiter, die Kommunikation auf den Kommunizierenden, die Gefühle auf den Fühlenden.
Die ausdrücklich übenden Menschen verkörpern diese Existenzweise am deutlichsten: Bauern, Arbeiter, Krieger, Schreiber, Yogi, Rhetoren, Instrumentalvirtuosen oder Models. Ihre Trainingspläne und Höchstleistungen versammelt Du mußt dein Leben ändern zu einer vergnüglich-instruktiven Lektüre von den Übungen, die erforderlich sind, ein Mensch zu sein.
Die Klassen sind zu groß und zu viele Stunden fallen aus
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Rechnen - Schreiben - Lesen |
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Nach Meinung der Deutschen sind zu große Klassen und zu viele ausfallende Stunden die größten Missstände an den Schulen. Eine Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach (IfD) unter 1.807 Deutschen im Auftrag der Vodafone Stiftung Deutschland ergab: 61 Prozent der Befragten sehen in der zu hohen Schülerzahl je Klasse und 53 Prozent in zu vielen ausfallenden Stunden den dringlichsten Verbesserungsbedarf.
Rechtschreibung und Grammatik, gefolgt von Mathematik und Englisch, sind die Unterrichtsinhalte, die für besonders wichtig gehalten werden. Nur 32 Prozent der Befragten vertreten die Ansicht, dass historische Kenntnisse besonders wichtig sind.
Die Mehrheit der Befragten tritt dafür ein, Schüler stärker ihrer Begabung entsprechend zu fördern und auf das Berufsleben vorzubereiten. Vom verstärkten Einsatz von Computern (23 Prozent), von einem stärkeren Wettbewerb zwischen den Schulen (8 Prozent) oder von einer früheren Einschulung (3 Prozent) erwarten nur wenige einen Beitrag zur Verbesserung der Bildungsqualität.
Konjunkturprognosen - Kompass oder Panikmache?
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Kompass |
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Drei Prozent, vier Prozent - oder vielleicht sogar sieben Prozent minus im Jahr 2009? “Wer bietet mehr?”, könnte der Wettlauf um das schlimmste Szenario betitelt werden, meint die Neue Osnabrücker Zeitung. Doch obwohl diese Zahlen ernst zu nehmen seien: Kein Experte habe eine Glaskugel, in der er die Zukunft sehen könne.
Wie sich die Krise genau auswirken werde, das wisse niemand - und oft genug hätten die Prognostiker in der Vergangenheit geirrt.
Als Anhalt für politische und wirtschaftliche Weichenstellungen seien die Expertisen nützlich. Doch die von den Wissenschaftlern geäußerten, immer pessimistischeren Erwartungen könnten auch zur sich selbst erfüllenden Prophezeiung werden.
Wirtschaftskrise - 5 Prozent Minus und keine Reaktion
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Die Bundesregierung erwartet für das Jahr 2009 offiziell noch ein Schrumpfen der Wirtschaftsleistung um 2,25 Prozent. Hinter den Kulissen aber rechnet die Politik nach Informationen der Financial Times Deutschland inzwischen mit einem Rückgang von bis zu 5 Prozent.
Die Commerzbank rechnet für 2009 mit einem Wirtschaftsminus von bis zu sieben Prozent. Für das Jahr 2010 erwarten die Commerzbank-Ökonomen kaum Besserung. Mit ihrer heute veröffentlichten Studie legt die Commerzbank die bisher pessimistischste Prognose für Deutschland vor.
Der EU-Gipfel in Brüssel in der vergangenen Woche konnte sich nur auf ein fünf Milliarden Euro schweres EU-Konjunkturprogramm einigen, verteilt auf zwei Jahre.
Angela Merkel lehnt neue Konjunkturprogramme deutlich ab
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Angela Merkel |
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Angela Merkel lehnte in ihrer heutigen Regierungserklärung zusätzliche Konjunkturmaßnahmen ab: “Es hat keinen Sinn, Gelder auszugeben für die Jahre 2013, -14, -15, wenn wir davon ausgehen, dass die Krise bis dahin längst vorüber ist.” Die Bundeskanzlerin warnte vor einem “Überbietungswettbewerb an Versprechungen”.
“Wir sind in der Spitzengruppe. Wir leisten Überdurchschnittliches”, sagte Angela Merkel mit Blick auf den heute beginnenden EU-Gipfel in Brüssel und den Gipfel der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer am 2. April 2009 in London. Mehr als 80 Milliarden Euro leiste Deutschland für den europäischen Konjunkturimpuls, das finde sie “richtig, weil wir als Exportnation dazu beitragen, dass die Weltwirtschaft wieder auf die Beine kommt.”
Angela Merkel forderte ein abgestimmtes Vorgehen Europas und der großen Industriestaaten gegen die Folgen der weltweiten Finanzkrise sowie eine schärfere Überwachung der Finanzmärkte: “Das Motto heißt Kooperation statt Abschottung, das ist der einzige Weg, wieder zu Wachstum und Beschäftigung zu kommen.”
Die soziale Marktwirtschaft liberal und sozial erneuern
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Jürgen Rüttgers |
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NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) will, dass die CDU in Nordrhein-Westfalen ihr “Ja zur Marktwirtschaft” mit einem klaren “Ja zur sozialen Verantwortung” verknüpft. Die soziale Marktwirtschaft müsse im liberalen wie sozialen Geist erneuert werden, sagte er. Wirtschaft und Soziales dürften nicht als Gegensatz verstanden werden, sie seien vielmehr “als Einheit” zu sehen.
Bei der Landesvertreterversammlung der CDU in Mülheim an der Ruhr am vergangenen Samstag forderte Jürgen Rüttgers: “Wer über Ordnungspolitik redet, der darf nicht nur über Insolvenzen und Marktbereinigung reden, sondern er muss kämpfen für neue Chancen.”
Jürgen Rüttgers, dem laut der Regionalzeitung Neue Westfälische von “einflussreichen Parteifreunden” vorgeworfen wird, er mache im Kern sozialdemokratische Politik, ohne wie seine Parteichefin und Bundeskanzlerin Angela Merkel in eine Koalition mit der SPD eingebunden zu sein, bekennt sich in nahezu jeder Rede zur sozialen Marktwirtschaft. Für ihn sind soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliche Vernunft zwei Seiten einer Medaille.
Kommentare, Kolumnen, Interviews zur Wirtschaft der Woche
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Tatort Wirtschaft |
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Die Weltwirtschaftskrise ist ein globales Problem, deshalb muss sie von allen Nationen gemeinsam bekämpft werden, fordert Paul Krugman im stern. Deutschland sieht der Träger des Wirtschaftsnobelpreises 2008 dabei als “riesiges Hindernis”. Paul Krugman: “Die ganze Welt braucht eine Rettungsaktion.”
“Deutschland spaltet die Währungsunion”, meint Unctad-Chefökonom Heiner Flassbeck im Gespräch mit Focus-Online. Die Politik “Gürtel enger schnallen”, sie sei für Deutschland ein Desaster. Wenn sich nichts ändere, dann sei das Ende der Währungsunion programmiert.
Der Wachstumseinbruch in Kombination mit dem Druck auf Absatzpreise und Margen werde in den Zahlenwerken der Unternehmen zum ersten Quartal grausame Auswirkungen zeigen, so Christopher Kalbhenn in seinem Kommentar “Marktplatz” in der Börsen-Zeitung. Damit gingen die Aktienmärkte auf den Lackmustest zu. Ein Gefühl dafür, ob die Aktienmärkte bereits ihr Baisse-Tief gesehen haben könnten, werde sich erst anhand der Reaktion des Marktes auf die Quartalsergebnisse einstellen können.
EZB und Politik reagieren viel zu zögerlich auf die Krise
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Konjunktur |
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“Die USA haben - ebenso wie zum Beispiel China - viel schneller und viel energischer Maßnahmen ergriffen, um die Konjunktur zu stützen”, sagt Felix Schleicher, Portfoliomanager von IPG und Mitautor einer Kurzstudie der Analysten der IPG Investment Partners AG.
Laut Felix Schleicher steht zu erwarten, dass Europa länger braucht, um wieder auf die Beine zu kommen, als beispielsweise die USA. Auch der Träger des Wirtschaftsnobelpreises 2008, Paul Krugman, wirft Europa und Deutschland vor, bei der Bekämpfung der Wirtschaftskrise zu versagen. In einem Interview mit dem stern sagte der Ökomom: “Europa patzt. Deutschland war bislang nur ein riesiger Stolperstein, ein gewaltiges Hindernis.”
Bundeskanzlerin Angela Merkel hingegen erklärte über die “Bild“-Zeitung, dass sich Deutschland zwar in der schwersten Rezession seit 1945 befinde, gleichzeitig bekräftigte sie aber das Rezept, mit dem sie weiterhin vorgehen will: Maßhalten.









