Marcel Reich-Ranicki: Darbietungen auf erbärmlichem Niveau

Marcel Reich-Ranicki

Marcel Reich-Ranicki

Boerne-Preis-Feier, 2007
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Marcel Reich-Ranicki verweigerte seine Ehrung beim Deutschen Fernsehpreis: “Meine Damen und Herren, ich habe in meinem Leben viele Literaturpreise bekommen. Heute bin ich in einer ganz schlimmen Situation. Ich muss auf den Preis, den ich erhalten habe, irgendwie reagieren und der Intendant Schächter sagte mir bitte, bitte, bitte nicht zu hart.

Ja, in der Tat. Ich möchte niemanden kränken, niemanden beleidigen oder verletzen. Aber ich möchte auch ganz offen sagen, ich nehme diesen Preis nicht an.

Nein, man kann im Arte-Programm manchmal sehr schöne wichtige Sachen sehen. Ich habe auch früher häufig Wichtiges im 3Sat-Programm gesehen, aber das hat sich jetzt geändert. Meist kommen da schwache Sachen, aber nicht der Blödsinn, den wir hier zu sehen bekommen habe.”

Marcel Reich-Ranicki am 12. Oktober 2008:

Elke Heidenreich auf der Website der FAZ: “Klar. Der Kritiker, der Spielverderber ist weg, nun ziehen wir unsere hirnlose Scheiße durch bis zum Schluss. Wo waren die Programmdirektoren und Intendanten in diesem Augenblick, warum kam keiner von ihnen auf die Bühne, um etwas zu sagen? Weil es verknöcherte Bürokarrieristen sind, die das Spontane längst verlernt haben, das Menschliche auch, Kultur schon sowieso.”

Marcel Reich-Ranicki im Interview mit der FAZ: “Ich glaube schon, dass es eine Debatte über das Niveau unserer Programme geben wird. Aber dass die so nötige Programmänderung bevorsteht, das glaube ich leider nicht – es sei denn, unser Publikum, das bessser ist als sein Ruf, nimmt sich der Sache ernsthaft an und wird nicht aufhören, von Intendanten und Programmleitern zu verlangen, was ihm vorenthalten wird: ein anspruchsvolles Fernsehprogramm.”

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