Finanzmarkt in der Krise? Deutsche Bank schafft 2.500 Stellen

Zentrale der Deutsche Bank

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Frankfurt am Main
© Deutsche Bank

Die Deutsche Bank wird im Bereich Privat- und Geschäftskunden in den kommenden vier Jahren in Deutschland und den europäischen Kernmärkten rund 2.500 neue Stellen in der Kundenberatung schaffen.

Mit diesem Wachstumsprogramm im Bereich Privat- und Geschäftskunden will Deutschlands führende Bank ihren Erfolgskurs der vergangenen Jahre fortsetzen. Die Marktführerschaft im Heimatmarkt Deutschland soll gefestigt werden. Die Deutsche Bank will ihre starke Position in Europa ausbauen. Deshalb erweitert sie ihr Filialnetz vor allem in Deutschland, Italien und Polen.

Das Wachstumsprogramm sieht vor, bis 2012 europaweit rund 400 neue Filialen zu eröffnen, davon allein 150 Filialen in Deutschland. Zudem investiert die Deutsche Bank in den Aufbau eines wettbewerbsfähigen europäischen Consumer Bankings.

Deutsche Bank will Marktführerschaft festigen

Rainer Neske, Head of Private & Business Clients und Mitglied des Group Executive Committee der Deutschen Bank: “Wir werden in unserem Heimatmarkt Deutschland unsere Marktführerschaft festigen, unser Europageschäft deutlich ausbauen und in unser Beratungsgeschäft investieren. Mit diesem Programm stellen wir die Weichen für nachhaltiges profitables Wachstum. Wir wollen die beste Bank mit dem besten Angebot an jedem unserer Standorte sein.”

Das Wachstumsprogramm umfasst auch Effizienzmaßnahmen. Dabei will die Bank administrative Tätigkeiten sowie Prozesse im Bereich der Banking-Services bündeln und effizienter gestalten. Im Zuge dieser Maßnahmen plant die Bank, rund 1.100 Stellen im Abwicklungsbereich europaweit zu reduzieren.

Mit dem Wachstumsprogramm will die Deutsche Bank im Bereich Privat- und Geschäftskunden bis 2012 deutlich neue Kunden gewinnen und ihre Kundenzahl auf insgesamt 18 Mio. ausbauen. Zudem will die Bank ihre Aufwands-Ertragsrelation in diesem Bereich auf europäisches Niveau senken. Das Ergebnis vor Steuern soll von 1,1 Mrd. Euro im Jahr 2007 bis 2012 auf 2 Mrd. Euro steigen.

09.10.2008 | 20:39 Uhr

Börsen-Zeitung: Licht im Tunnel

Kommentar von Carsten Steevens (Auszüge)

Man mag es kaum glauben, aber es gibt doch noch Licht im Tunnel. Und es ist nicht das Licht eines herannahenden Zuges, wie Peer Steinbrück bereits finster argwöhnte. Realitätsfremd ist der Bundesfinanzminister nicht, wenn er inzwischen mit spürbaren Folgen der nicht enden wollenden Finanzmarktkrise für die Konjunktur in Deutschland rechnet. Doch während sich die Hiobsbotschaften aus der Industrie zu häufen beginnen und die Automobilbranche schon ihre Produktion zurückfährt, sendet ausgerechnet ein Kreditinstitut ein Signal der Hoffnung.

Gerade hat der US-Kongress ein 700 Mrd. Dollar schweres Rettungspaket für den Finanzsektor beschlossen, gerade hat die britische Regierung in einem beispiellosen Akt acht Kreditinstitute teilverstaatlicht, da meldet die Deutsche Bank, bis 2012 insgesamt 2500 neue sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze schaffen zu wollen. Zwar fallen zugleich 1100 Stellen in kundenfernen Bereichen weg, weil die Effizienz gesteigert werden soll. Und es sollte auch der Tag nicht vor dem Abend gelobt werden, denn im weiteren Verlauf der Krise könnte sich der deutsche Branchenführer noch gezwungen sehen, den Beispielen von Konkurrenten wie etwa Citigroup oder UBS zu folgen und Stellen in größerem Umfang zu streichen. Doch wenigstens für einen kurzen Moment gibt es Grund zur Entspannung: Noch stehen nicht alle Banken am Abgrund.

In akuten Kapitalnöten steckt die Deutsche Bank offenbar nicht, wie sie in dieser Woche durchblicken ließ. Für Institute, die bislang überwiegend von volatilen Erträgen aus dem Investment Banking lebten und nun Milliardenabschreibungen verkraften müssen, ist das in diesen Monaten nicht die Regel. Stabile Ergebnisbeiträge aus dem Privatkundengeschäft waren auch für die Deutsche Bank nie wertvoller als zurzeit. Nicht von ungefähr lässt sich das Institut den Einstieg von knapp 30% beim Einlagenriesen Postbank knapp 3 Mrd. Euro kosten - kein Schnäppchen mitten in der Krise.


Quelle: Börsen-Zeitung

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